Spieleperlen 11 – Yinsh

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Eine Prise knackige Strategie für Zwei gefällig? Kein Problem. Da kommt Yinsh auf den Tisch. Ein Spiel mit Ringen und Steinen, Schwarz und Weiß, das irgendwie an „4 gewinnt“ erinnert, aber deutlich mehr auf dem Kasten hat, als der Klassiker aus den 1970ern.

Yinsh. Das Spiel mit dem merkwürdigen Titel ist der fünfte von sechs Teilen einer Strategiespiel-Reihe, die der Auto Gipf-Projekt getauft hat. Dvonn, Tzaar oder Zertz heißen die anderen Teile, aber um die soll es an dieser Stelle nicht gehen. In Yinsh startet jede Spielerin mit fünf Ringen auf einem sehr reduziert gestalteten Spielbrett voller sich kreuzender Linien. Drei eigene Ringe gilt es, vom Spielfeld zu nehmen, um zu gewinnen. Klingt einfach. Ist es aber nicht. Wer an der Reihe ist, muss einen eigenen Ring bewegen. Hierzu nimmt man sich zunächst einen der zweiseitigen Steine und platziert ihn mit der eigenen Farbe nach oben auf dem Feld des Rings. Dann bewegt man den Ring entlang einer Linie bis zu einem beliebigen Kreuzungspunkt (auch über bereits gesetzte Steine). Hat man auf diese Weise 5 Steine der eigenen Farbe in einer Reihe, darf man einen eigenen Ring vom Spielbrett nehmen und erzielt somit einen Punkt.

 

Was macht das Spiel besonders?

5 Steine in eine Reihe bringen? Das ist alles? Stimmt, in der bislang beschrieben Art und Weise wäre Yinsh nicht besonders aufregend. Aber durch drei kleine Kniffe wird das Ballett der Ringe nicht nur zu einer komplexeren und interessanteren Variante von „Vier gewinnt“, sondern schlicht zu einem genialen Strategiespiel zeitlosen Formats.

Zum Einen dürfen mit einem Ring keine anderen Ringe übersprungen werden – weder eigene noch gegnerische. Richtig geraten: Hier kommt ein enorm wichtiges taktisches Element des Blockierens ins Spiel. Die Zweite Besonderheit tritt ein, wenn ein Ring entlang einer Linie über bereits gesetzt Steine bewegt wird. Dann werden alle „überflogenen“ Steine auf die andere Seite gedreht. Und zwar alle. Aus Schwarz wird Weiß und aus Weiß wird Schwarz. So kann sich mit einer einzigen Bewegung das Geschehen auf dem Brett drastisch ändern, wodurch das Spiel eine interessante Dynamik erhält. Der dritte geniale Kniff tritt ein, wenn tatsächlich eine eigene Reihe komplettiert wird und ein Ring vom Feld entfernt werden darf. Schnell stellt sich heraus, dass dieser gewonnene Punkt seinen Preis hat. Denn mit einem Ring weniger ist die eigene Bewegungs- und Taktierfähigkeit auf dem Brett deutlich geschwächt. Vor allem durch diesen cleveren Mechanismus ist eine Partie Yinsh meist eine knappe Angelegenheit und bleibt lange spannend.

Wem könnte es gefallen?

  • Paaren, die ein leicht zu lernendes aber spannendes Spiel für 2 suchen, an dem sie lange Freude haben
  • Eltern bzw. Großeltern, die bereits jahrelang Mühle oder Dame spielen
  • Schach-Fans aber auch Leuten, die um Schach einen großen Bogen machen

Eckdaten

Genre: Abstrakte Strategie
Anspruch: leicht bis mittel
Spielerzahl: 2
Spieldauer: ca. 30–45 Minuten

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